Nutzhanf in Spanien

 

Karte von Spanien gefüllt mit Hanfpflanzen
Karte von Spanien gefüllt mit Hanfpflanzen

 

Der Hanfanbau in Spanien war eine wichtige Industrie in der Vergangenheit. Dank des hervorragenden Klimas und des fruchtbaren Bodens dieses europäischen Landes waren Hanffasern viele Jahre lang der Lebensunterhalt Tausender spanischer Familien. Diese Einkommensquelle war jedoch von Gesetzesänderungen betroffen, die durch die wirtschaftlichen Interessen von Drittländern gefördert wurden. Möchten Sie gerne wissen, welche Bedeutung Hanf in Spanien hatte und haben kann?

 

Index

⭐ Kurze Geschichte über Nutzhanf in Spanien

 

Der Anbau von Hanfpflanzen zur Gewinnung von Fasern in Spanien reicht mehrere Jahrhunderte zurück, etwa seit dem 5. Jahrhundert vor Christus. Aufgrund des ausgezeichneten Klimas dieses Landes und der unendlichen Anwendungsmöglichkeiten dieser Pflanze, breitete sich der Anbau von Nutzhanf im ganzen Land schnell aus.

Es ist erwiesen, dass bei den Expeditionen von Christoph Kolumbus nach Amerika die Segel und andere Bestandteile der Schiffe aus diesem Material hergestellt wurden. Zu dieser Zeit des Mittelalters wurde das spanische Königreich eine Weltmacht, unter anderem dank Hanf.

Er wurde in vielen spanischen Regionen angebaut, in Andalusien, Aragonien, Galizien, Katalonien und am meisten in der Valencianischen Gemeinschaft. Noch heute können Sie das Hanfmuseum in der Stadt Callosa del Segura in der Provinz Alicante besuchen. Dies vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung des Hanfanbaus in einigen Teilen Spaniens

 

Bild vom Inneren des Hanfmuseums*
Bild vom Inneren des Hanfmuseums*

 

Doch in den 30er und 40er Jahren änderte sich alles, als Cannabis in den USA verboten wurde und synthetische Fasern wie Nylon auftauchten. Von diesem Land aus begann ein Krieg zur weltweiten Vernichtung von Hanf und Spanien war keine Ausnahme.

 

⛳ Der Anbau von Nutzhanf in Spanien heute

 

Spanien gehört zur Europäischen Union und hat 1999 den Anbau von Hanf für industrielle Zwecke genehmigt, sofern dieser normgerecht durchgeführt wird. Spanische Unternehmen, die Nutzhanf anbauen möchten, können sogar Subventionen der E.U. beantragen und bis zu 25 verschiedene Sorten Hanfsamen anpflanzen.

Heutzutage kommt der Anbau von Industriehanf vor allem dank der medizinischen Eigenschaften der Pflanze wieder auf. Es ist nicht sehr rentabel, diese Pflanze nur für ihre Fasern anzubauen, doch es gibt immer mehr Produkte auf dem Markt, die CBD enthalten, was zu einem Aufschwung in dieser Branche geführt hat.

Vor einigen Jahren wurde in Granada (Andalusien) der Spanische Verein der Hanfproduzenten und -verarbeiter (AEPTC) gegründet, damit kleine Unternehmen ihre Kräfte bündeln und zugleich ein einzigartiges Modell für nachhaltige Entwicklung gefördert werden kann. Zudem beraten sie auch neue Unternehmen, die in eine immer noch wachsende Branche einsteigen wollen.

 

✨ Nutzhanf-Unternehmen in Spanien

 

Einige der wichtigsten Unternehmen dieses Gremiums sind direkt oder über Dritte in den Arzneimittelmarkt eingetreten. Es gab sogar Fälle wie Cafina S.L., die nach Erhalt der Lizenz zur Herstellung von medizinischem Cannabis von dem riesigen kanadischen Canopy Growth aufgekauft wurden.

Der bekannteste Fall ist der von Alcaliber S.L., eine Firma, die zur Torreal-Gruppe gehörte, an Linneo Health verkauft wurde und in Spanien bereits medizinisches Marihuana angebaut hat. Dieses Unternehmen ist auf die Herstellung von Morphin und Thein spezialisiert, hat Bayer als Hauptkunde und befindet sich zurzeit auch auf dem deutschen Cannabismarkt.

Es gibt jedoch immer noch Unternehmen, die sich dem Anbau von Nutzhanf in Spanien zur Gewinnung von Saatgut widmen. Der Nährwert von Hanfsamen ist seit jeher bekannt, aber dank des Trends der Superfoods werden sie heute wie nie zuvor konsumiert. Zu den wichtigsten Saatbeeten des Landes zählen die Genossenschaft Galihemp in Lugo, Celulosa de Levante in Tarragona, Agrofibra in Barcelona, ​​Agrosa semillas in Guadalajara und Taller Textil de Triste in Huesca.

 

Bild einer in Spanien angebauten Hanfplantage *
Bild einer in Spanien angebauten Hanfplantage *

 

? Gesetzgebung zum Anbau von Hanf in Spanien

 

Wenn Sie in Spanien Nutzhanf legal anbauen möchten, müssen 5 grundlegende Anforderungen erfüllt werden:

  1. Die Genehmigung des örtlichen Landwirtschaftsamts anfordern.
  2. Samen von Sorten kaufen, die von der Europäischen Union zertifiziert sind.
  3. Die Zertifizierung des Saatguts zusammen mit einem Verwendungsnachweis und dem endgültigen Bestimmungsort des Produkts dem örtlichen Landwirtschaftsbüro vorlegen.
  4. Die Plantage in das allgemeine Register der landwirtschaftlichen Produktion eintragen und den Verwendungsnachweis und den endgültigen Bestimmungsort ebenfalls vorlegen.
  5. Verschiedene Quartiere der Guardia Civil und Seprona des Gebiets informieren.

 

☕ Erlaubnis zum Anbau von medizinischem Hanf in Spanien

 

Für spanische Hanfproduzenten von medizinischem Hanf sind die Genehmigungen etwas komplizierter, dafür ist nämlich nicht das Landwirtschaftsministerium, sondern das Gesundheitsministerium zuständig. Zur Gewinnung von CBD  oder Herstellung von Produkten mit medizinischen Eigenschaften ist die Genehmigung der spanischen Behörde für Arzneimittel und Medizinprodukte erforderlich.

Derzeit ist es nicht einfach, eine Lizenz zur Herstellung von medizinischem Cannabis in Spanien zu erhalten, da in den letzten Jahren nur 5 % der Gesamtanträge bewilligt wurden. Wir hoffen, dass sich dies bald ändert, denn in anderen Ländern wird diese Branche reguliert und die Geschäftsmöglichkeiten weiten sich aus.

 

? Schlussfolgerung

 

Spanien braucht eine ernsthafte Regulierung der Branche, besonders zu einer Zeit in der Geschichte wie der jetzigen, in der wir keine Wälder mehr abholzen und nicht mehr CO2 freisetzen können, in der neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivitäten geschaffen werden müssen und wir nachhaltigere biologisch abbaubare Materialien brauchen. Aber vor allem Angesichts der Anzahl der Patienten, die medizinisches Cannabis benötigen, um ihre Lebensqualität zu verbessern, können wir es uns nicht leisten, diese heilige Pflanze zu verbieten oder unter solch extremer Kontrolle zu halten. Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, würden wir uns freuen, wenn Sie ihn in Ihren sozialen Netzwerken teilen.

 

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